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Leitbild

Präambel

Das Leitbild des Kinderhaus Etzel definiert das Selbstverständnis des Vereins. Es ist prägend für das Selbstverständnis sowie für das Auftreten und Erscheinungsbild des Kinderhauses nach außen und nach innen. Es bestimmt und leitet das Handeln der Mitglieder, der Organe und der Beschäftigten.
Das Leitbild versteht sich als Wegweiser für die gegenwärtige und zukünftige Ausrichtung des Kinderhauses Etzel. Es bildet den Rahmen für einen lebendigen Entwicklungsprozess mit Raum zur Entfaltung und für Veränderungen durch sich wandelnde gesellschaftliche Bedingungen.
Dieses 2002 entwickelte Leitbild entstand in mehreren Workshops, die im Zusammenwirken von Eltern und MitarbeiterInnen durchgeführt wurden.
Das Leitbild wird ergänzt durch die Satzung, Geschäftsordnung und durch pädagogische Konzeptionen für die einzelnen Bereiche.

Wer wir sind

Das Kinderhaus Etzel (KE) ist eine Eltern-Kind-Initiative. Im Unterschied zu herkömmlichen Regeleinrichtungen verfolgen die Eltern in dieser Initiative das Ziel, die Entwicklung ihrer Kinder während deren Zeit im KE aktiv zu begleiten, zu beeinflussen und daran Teil zu haben. Das KE setzt sich für die Belange von Eltern und Kindern in den Stadtteilen Stuttgart Süd und -Mitte ein; er versteht sich als integraler Bestandteil dieser Stadtteile.
Die bedarfsgerechten Angebote der Einrichtung umfassen altersgemischte Gruppen für Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren und einen Hort für Grundschüler (Schülerladen) sowie ergänzende Qualifizierungsmaßnahmen für die jeweiligen Altersstufen, wie zum Beispiel Vorschule, Malwerkstatt (ästhetische Früherziehung). Zudem besteht die Möglichkeit, die Räume bzw. Instrumente des Vereins für Musik- oder Sprachkurse für Kinder zu nutzen.
Vorstand, Eltern und ErzieherInnen tragen gemeinsam Verantwortung für die Einrichtung.

Wofür wir stehen

Eltern-Engagement

Das aktive Mitwirken der Eltern prägt den Charakter der Einrichtung. Das Mitspracherecht der Eltern stellt die Berücksichtigung ihrer Interessen und Bedürfnisse im Alltag der Gruppen und bei der Regelung von Öffnungs- und Schließzeiten sicher. Darüber hinaus wirken die Eltern als Vereinsmitglieder an wichtigen Entscheidungen mit. Eltern-Engagement (Kochdienst, Ämter, Dienste, Elternabende, Feste, Versammlungen) ist verpflichtend; es ist unerlässliche Voraussetzung für das Funktionieren und Aufrechterhalten der Einrichtung und ihrer Bereiche. Beim Übernehmen von Eltern-Pflichten werden die individuellen Möglichkeiten einzelner Eltern, insbesondere Alleinerziehender, berücksichtigt.

Integration

Toleranz und Vorurteilsfreiheit sind elementare Grundwerte im KE. Das KE ist offen für Alle, die die Ziele des Vereins unterstützen - gleich welcher Religion, Nationalität oder sozialen Herkunft.
Dies gilt auch für die Aufnahme geistig oder körperlich behinderter Kinder, sofern es die Möglichkeiten des Vereins bzw. des betreffenden Bereichs zulassen und eine zielgerichtete Förderung des behinderten Kindes gewährleistet werden kann.

Verantwortung

Der KE sieht sich als Teil unserer Gesellschaft und übernimmt Verantwortung im Rahmen seiner Möglichkeiten.
Dies zeigt sich beispielsweise im Aufgreifen und Behandeln relevanter Themen wie Natur- und Umweltbewusstsein, Gewalt, Toleranz gegenüber Minderheiten, Fremdenfeindlichkeit, Gleichberechtigung der Geschlechter oder im Umgang mit Medien (TV, Computerspiele etc.).
Dies zeigt sich auch in einem verantwortungsbewussten Verhalten der Mitglieder, was die Pflege und Instandhaltung des Anwesens angeht: Das Domizil des KE, eine denkmalgeschützte Villa aus dem Jahr 1890, und die weitläufigen Gartenanlagen sind wesentliche Faktoren für die Erlebnisqualität der Einrichtung, die von Kindern und Eltern gleichermaßen empfunden wird.

Wie wir arbeiten

Pädagogische Ausrichtung

Die Arbeit in der Einrichtung wird geleitet vom Bestreben, die Bedürfnisse der Kinder zu erkennen und ihnen Rechnung zu tragen. An diesem Bestreben orientieren sich Größe, Zusammensetzung, Räume, Ausstattung und Betreuungsschlüssel der einzelnen Gruppen bzw. Bereiche.

Ziel unserer Eltern-/Kind-Initiative ist es, die Kinder sich selbst,anderen und der Umwelt gegenüber zu verantwortungs-bewussten, frei denkenden und selbständigen Menschen zu erziehen. Wir fördern den Forscher-, Erfinder- und Wissensdrang der Kinder und bestärken sie darin, dass es sich lohnt, nachzufragen.

Die pädagogische Arbeit orientiert sich am Situationsansatz: Das Kind ist der Ausgangs- und Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit, die sich am momentanen Erleben des Kindes und an seiner Lebenssituation ausrichtet. Dabei wird es ganzheitlich gefördert – in seiner Sinneswahrnehmung, Motorik, Kreativität und im Sozialverhalten.

Weitere wichtige Bestandteile der pädagogischen Ausrichtung sind Umwelterziehung und Ernährung. Freies Spiel, Programmangebote (z.B. Ausflüge, Projekte, Spielaktionen) und offene Angebote wechseln in einem ausgewogenen Verhältnis. Das verwendete Spielmaterial soll gestaltungsfähig, vielseitig verwendbar sein und die Kreativität fördern. Auf dieser grundsätzlichen Ausrichtung basiert auch die pädagogische Gesamtkonzeption des Vereins mit bereichsspezifischen Ausprägungen, die entsprechend den aktuellen pädagogischen Erkenntnissen laufend überprüft und ggf. angepasst wird.

Respekt den Kindern gegenüber und die Anerkennung der Fachkompetenz der ErzieherInnen sind weitere Grundprinzipien unseres Handelns.

Die kontinuierliche, intensive Zusammenarbeit zwischen Eltern und ErzieherInnen ist ein wesentliches Merkmal des KE. Dabei berücksichtigen die ErzieherInnen bei der Gestaltung der Dienstpläne die jeweilige Situation der Eltern. Auf dieser Basis arbeiten die MitarbeiterInnen eigenverantwortlich und gestalten ihren Arbeitsplatz weitgehend selbst.

Den Teams aller Bereiche stehen Möglichkeiten zur Wahrnehmung von Supervisionen und Fortbildungen zur Verfügung. Der KE ist offen für Impulse und Ideen der pädagogischen MitarbeiterInnen.
Als ergänzende Formen der Mitarbeit bietet das KE auch Praktika für Schule und Ausbildung, für das einjährige Freiwillige Soziale Jahr sowie Plätze für Zivildienstleistende.

Vereinswesen

Sowohl das Aufrechthalten des laufenden Betriebes als auch die Pflege der Mitgliedergemeinschaft erfordern ein koordiniertes und strukturiertes Informationswesen. Dies wiederum ist Voraussetzung für ein engagiertes und motiviertes Zusammenwirken von Eltern und MitarbeiterInnen zum Wohl des Vereins. Deshalb ist es wichtig, Abläufe und Zuständigkeiten, Entscheidungsprozesse und Verantwortlichkeiten nachvollziehbar und transparent zu machen.

Bereichsübergreifende Belange sind Aufgabe aller Mitglieder; bereichsübergreifende Ämter und Aufgaben werden jeweils auf dem Gesamtelternabend vergeben.

Mitbestimmung und Mitsprache durch Eltern und Mitglieder, MitarbeiterInnen und Organe orientieren sich an demokratischen Grundsätzen.

Der Verein wirkt durch aktive Öffentlichkeitsarbeit in den Stadtteil hinein und informiert über Angebote und Aktivitäten.

Unser Partner

Unmittelbarer Nachbar des KE ist der Jugendfarm Stuttgart Süd e.V. Die offene Jugendarbeit dieses Vereins für etwa sechs- bis 13-jährige Kinder und Jugendliche bildet eine ideale Ergänzung zu den Gruppenangeboten des KE.

Mitglieder, Vorstände und ErzieherInnen bzw. Sozialpädagogen beider Vereine pflegen einen engen Austausch: Aktivitäten und Angebote werden aufeinander abgestimmt, Mitarbeitertreffen und Veranstaltungen (Mitgliederversammlung, Betriebsausflug, Ausflüge mit Kindern, Etzelfest, Etzelputz, Ferienaktivitäten etc.) werden gemeinsam durchgeführt.

Die gegenseitige Unterstützung und das kollegiale Miteinander sind für beide Einrichtungen eine Selbstverständlichkeit. Den Kindern beider Institutionen steht nach Absprache das jeweils andere Gelände zur Mitnutzung offen. Gegenseitige Besuche von Kindern und ErzieherInnen bzw. Sozialpädagogen sind fester Bestandteil im Alltag beider Einrichtungen.

Die traditionell enge Kooperation und die einvernehmliche Zusammenarbeit zwischen beiden Vereinen wird durch den Umstand verstärkt, dass beide Einrichtungen in der Außenwirkung oft als Einheit wahrgenommen werden.

Wie wir uns finanzieren

Der verantwortungsbewusste Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln soll optimal zum Wohl der Einrichtung und damit der Kinder genutzt werden.

Neben den Mitgliedsbeiträgen sowie den Zuschüssen durch Stadt und Behörden bemüht sich unser Verein um die Akquisition von Drittmitteln, z.B. Spenden, Stiftungsgelder, gerichtlich verhängte Bußgelder u.ä..
Die Fördermitgliedschaft im KE soll dazu beitragen, ehemalige Mitglieder sowie interessierte Personen, Institutionen oder Firmen zur Unterstützung des KE zu gewinnen.